ATMOS übernimmt Ströhla Küchen

Atmos übernimmt Ströhla Küchen

Zehn Mitarbeiter, Grundstück und Gebäude bilden die neue Firma Atmos Interieur in der Unternehmensgruppe.

BZ Artikel von Rolf Morys

LENZKIRCH. Die Atmos Gruppe ist seit gestern um ein weiteres Unternehmen gewachsen – und hat sich am anderen Ende von Lenzkirch, den Küchenhersteller Ströhla von Inhaber Peter Weißbarth einverleibt. Alle zehn Mitarbeiter werden übernommen und ihre Arbeitsplätzen erhalten. Der neue Name lautet: Atmos Interieur. Somit verfügt Atmos über vier Produktionsstandorte. Zwei in Lenzkirch, einen in Hamburg und einen in Kuala Lumpur in Malaysia. Atmos beschäftigt 217 Mitarbeiter in Lenzkirch und weltweit mehr als 300.

Atmos Medizintechnik ist im HNO-Bereich in Deutschland klarer Marktführer und legt auch im OP-Bereich kräftig zu. Um Marktanteile zu steigern, möchte Atmos im Bereich HNO zum Vollanbieter für Ärzte und Kliniken werden. Neue Vorschriften an die Ausstattungen bringen vermehrt den Mineralwerkstoff Corian in Anwendung. Dieser verschließt die Oberflächen und lässt keine Flüssigkeiten mehr eindringen. Der neue Werkstoff verlangt auch neue Kompetenzen in der Fertigung für einen Vollanbieter wie Atmos Medizintechnik.

Peter Weissbarth Firmenübergabe

Peter Weissbarth, ehem. Besitzer Ströhla/Weissbarth

Als Maik Greiser von einem Mitarbeiter hörte, dass Peter Weißbarth sich nach einer Nachfolgeregelung umsieht, schaltete er schnell, suchte das Gespräch und erkannte die unternehmerische Chance. Auf der anderen Seite war Peter Weißbarth, der seit 26 Jahren die Geschäfte des Möbelherstellers führt, erleichtert, dass sich eine „interne Lenzkircher Lösung“ für den Verkauf anbahnte, bei der das Können der Mitarbeiter vom neuen Eigner geschätzt und benötigt wird.

Was im April 2017 mit dem ersten Rundgang bei Ströhla Küchen begann, führte gestern zur Übernahme und wird am 2. Januar 2018 vollzogen sein. An der Freiburger Straße sitzt dann die neue Firma Atmos Interieur.

Die neue Firma setzt weiter auf Bewährtes. Der neue Geschäftsführer heißt Uwe Kuhfeldt, ist gelernter Schreiner, Holzingenieur und Betriebswirt, kommt aus Waldshut-Tiengen und war bislang in einem Glasbauunternehmen tätig.

Atmos Interieur nutzt das 7000 Quadratmeter große Grundstück und die etwa 2000 Quadratmeter Gebäudefläche, um weiter die etablierten Ströhla Küchen zu fertigen. Die etablierte Marke wird erhalten. Ebenso werden weiter qualitative Möbelfertigungen für stilvolle Wohn- und Schlafzimmer beibehalten. Hochwertige Badeeinrichtungen sowie verschiedenste Arbeitsbereiche können mit handwerklichem Können gefertigt werden. Ziel ist es flexibel und schnell auf Kundenwünsche reagieren zu können. Das angestammte Geschäft an der Freiburger Straße, die Herstellung von Küchen soll erweitert werden und sich zu einem Raumkonzept entwickeln, bei dem sich der Kunde am Ende rundum wohlfühlen soll. Und natürlich ist das Schlagwort Service ein großes Thema.

Und die Firma Atmos Medizintechnik hat als Vollanbieter künftig fast in Rufweite, die Herstellung von Schränken und Arbeitsbereichen für den HNO-Bereich, Gynäkologie oder die Sparte Dental. Auf kurzen Wegen kann schneller und flexibler reagiert werden.

Atmos Interieur soll sich am Markt etablieren

Atmos Interieur, als jüngstes Kind in der Atmos Familie soll sich am Markt positionieren als eine Marke für das existenzielle Geschäft, wie es Peter Weißbarth viele Jahre in der Möbelbranche betrieben hat. Die Zielgruppe bleibt die Gleiche. Dieser Teil wird unter dem Schlagwort Living stehen. Gleichzeitig wird die junge Firma mit Atmos Medizintechnik eine neue Zielgruppe bedienen, wo sie für HNO-Ärzte und Kliniken, für Gynäkologen und Zahnärzte vollausgestattete Arbeitsbereiche fertigt.

„Alles passt“, meinen Maik Greiser (CEO) und Geschäftsführer Uwe Kuhfeldt,

Neuer Geschäftsführer bei ATMOS Interieur

Uwe Kuhfeldt, neuer Geschäftsführer ATMOS Interieur

bedankt sich bei Peter Weißbarth, dass dieser ihm ein dickes Päckchen mitgegeben hat. Die Auftragslage für Atmos Interieur sei für die ersten Wochen und Monate im neuen Jahr gut gefüllt. Gleiches gelte im Übrigen auch für die Atmos Medizintechnik.

Die neue Konstellation in der Firmengruppe sei nun ein Alleinstellungsmerkmal auf dem Markt, freut sich Maik Greiser. Die Strategie sei es, in Zukunft möglichst eng zusammenzuarbeiten auf den Feldern Personal und Finanzen. Diese Synergien richtig genutzt, könnten die Entwicklungswege von der Idee zum Produkt stark verkürzen. Und Greiser blickt klar nach vorne und spricht nach dem Kauf schon von Investitionen, die anstehen. Diese betreffen vor allem den Werkstoff Corian, der bei einem Vollanbieter, eine besonders wichtige Rolle einnehmen dürfte. Mit dieser „Schwarzwälder Lösung“ ist eine regionale Ausdehnung gelungen. „Atmos macht in Lenzkirch was“, so Greiser. Und dazu gehört, dass die neue Firma auch als Ausbildungsbetrieb auftreten wird. Der erste Auszubildende tritt am 1. Januar in die Dienste von Atmos Interieur. Weitere sollen folgen.

Ein Verkauf also, der Peter Weißbarth, der nach 48 Jahren sein Berufsleben ausklingen lässt, sicher ruhig schlafen lässt.